Steigende Temperaturen, längere Hitzeperioden, Starkregen und Trockenheit verändern die Anforderungen an Gebäude, Freiräume und soziale Einrichtungen. Besonders dort, wo Menschen betreut werden oder auf eine sichere, angenehme Umgebung angewiesen sind, ist eine vorausschauende Klimaanpassung von hoher Bedeutung.
Für den Wohnpark Elsa Fenske der Cultus gGmbH der Landeshauptstadt Dresden entwickelt seecon – Teil von SIERA – aktuell ein Klimaanpassungskonzept. Ziel ist es, die Einrichtung widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu gestalten und konkrete, standortbezogene Anpassungsmaßnahmen zu identifizieren.
Dabei steht nicht allein der Schutz von Gebäuden und Infrastruktur im Mittelpunkt. Klimaanpassung trägt auch dazu bei, Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität der Menschen zu sichern, die diese Einrichtung täglich nutzen, besuchen oder dort arbeiten.
Warum Klimaanpassung in Pflege- und Betreuungseinrichtungen wichtig ist
Hitze betrifft Menschen unterschiedlich stark. Kinder, ältere Menschen sowie pflegebedürftige Personen können durch hohe Temperaturen und lang anhaltende Hitzeperioden besonders belastet sein. Auch Starkregenereignisse und Trockenphasen stellen Einrichtungen vor Herausforderungen: Sie können die Nutzbarkeit von Außenbereichen beeinträchtigen, die Regenwasserbewirtschaftung belasten und das lokale Mikroklima verändern.
Ein wirksames Klimaanpassungskonzept betrachtet diese Risiken nicht isoliert. Es verbindet die Analyse klimatischer Auswirkungen mit der Entwicklung umsetzbarer Maßnahmen für Gebäude, Grundstück und Freiraum.
Für den Wohnpark Elsa Fenske bedeutet dies, die lokalen Bedingungen gezielt zu untersuchen und gemeinsam mit den Beteiligten Lösungen zu entwickeln, die den Standort langfristig stärken.
Klimarisiken am Standort verstehen
Im Rahmen des Projekts analysiert seecon innerhalb von SIERA die Auswirkungen von drei zentralen Klimafolgen:
- Hitze
Hohe Temperaturen können Innen- und Außenräume belasten. Verschattete, begrünte und gut gestaltete Freiräume können dazu beitragen, Aufenthaltsbereiche angenehmer zu gestalten. - Starkregen
Intensive Niederschläge können Entwässerungssysteme und versiegelte Flächen stark beanspruchen. Eine vorausschauende Regenwasserbewirtschaftung hilft, Wasser am Standort zurückzuhalten, zu versickern oder gezielt weiterzuleiten. - Trockenheit
Längere trockene Phasen beeinflussen Vegetation, Boden und die Qualität von Außenräumen. Standortgerechte Begrünung und ein bewusster Umgang mit Wasser können die Widerstandsfähigkeit von Freiflächen verbessern.
Die Analyse bildet die Grundlage für ein Konzept, das auf die konkreten Anforderungen des Wohnparks zugeschnitten ist. Entscheidend ist dabei, Maßnahmen nicht pauschal zu übertragen, sondern ihre Eignung für den jeweiligen Standort sorgfältig zu prüfen.
Naturbasierte Lösungen im Fokus
Ein zentraler Bestandteil des Klimaanpassungskonzepts sind naturbasierte Lösungen. Sie nutzen die Funktionen von Boden, Wasser und Vegetation, um klimatische Belastungen zu mindern und gleichzeitig die Qualität des Standorts zu verbessern.
Für den Wohnpark Elsa Fenske werden unter anderem Maßnahmen in folgenden Bereichen betrachtet:
| Handlungsfeld | Möglicher Beitrag zur Klimaanpassung |
| Entsiegelung | Unterstützt die Versickerung von Regenwasser und kann die Aufheizung von Flächen verringern |
| Begrünung | Kann durch Verschattung und Verdunstung zur Kühlung des Umfelds beitragen |
| Wasserflächen und Versickerungselemente | Stärken die lokale Regenwasserbewirtschaftung und können Wasser am Standort zurückhalten |
| Qualifizierung von Freiräumen | Verbessert die Aufenthaltsqualität und unterstützt eine klimaangepasste Nutzung von Außenbereichen |
| Förderung der Biodiversität | Schafft zusätzliche ökologische Qualitäten durch strukturreiche und begrünte Flächen |
Solche Maßnahmen verbinden mehrere Wirkungen. Begrünung kann beispielsweise nicht nur zur Kühlung beitragen, sondern auch die Aufenthaltsqualität verbessern und Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen. Versickerungselemente können Regenwasser lokal bewirtschaften und zugleich den Wasserhaushalt von Böden und Vegetation unterstützen.
Gemeinsam tragfähige Maßnahmen entwickeln
Klimaanpassung ist dann besonders wirksam, wenn fachliche Analysen und die Erfahrungen der Menschen vor Ort zusammengeführt werden. Deshalb entwickelt seecon – Teil von SIERA – die konkreten Anpassungsmaßnahmen gemeinsam mit den Beteiligten.
Dieser Austausch ist wichtig, weil die tägliche Nutzung eines Standorts wertvolle Hinweise liefert. Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Verantwortliche kennen beispielsweise Bereiche, die sich im Sommer stark aufheizen, Wege, die bei Starkregen besonders sensibel sind, oder Außenflächen mit besonderer Bedeutung für den Alltag.
Die Verbindung von örtlichem Wissen und fachlicher Planung schafft eine belastbare Grundlage für Maßnahmen, die nicht nur konzeptionell sinnvoll, sondern auch im Alltag praktikabel sind.
Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität zusammendenken
Klimaanpassung in Pflege- und Betreuungseinrichtungen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie betrifft technische, räumliche und ökologische Aspekte – vor allem aber Menschen.
Eine klimaangepasste Gestaltung kann dazu beitragen,
- belastende Hitze in Außenbereichen zu reduzieren,
- die Nutzbarkeit von Freiräumen zu stärken,
- Regenwasser vor Ort bewusster zu bewirtschaften,
- Grünstrukturen und Biodiversität zu fördern,
- den Standort schrittweise widerstandsfähiger gegenüber Klimafolgen zu machen.
Dabei geht es nicht um einzelne Maßnahmen ohne Zusammenhang. Entscheidend ist ein abgestimmtes Konzept, das den Gebäudebestand, die Freiflächen, die Nutzungsanforderungen und die klimatischen Entwicklungen gemeinsam betrachtet.
Ein Beitrag zu resilienten sozialen Einrichtungen
Mit dem Klimaanpassungskonzept für den Wohnpark Elsa Fenske unterstützt seecon zusammen mit SIERA eine vorausschauende Entwicklung des Standorts. Das Projekt zeigt, wie Klimaanpassung konkret vor Ort ansetzen kann: durch fundierte Analyse, die Beteiligung relevanter Akteurinnen und Akteure sowie naturbasierte Maßnahmen mit Mehrfachnutzen.
Soziale Einrichtungen benötigen Umgebungen, die auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen sicher, nutzbar und lebenswert bleiben. Der Wohnpark Elsa Fenske steht für einen Ansatz, der Klimaanpassung als Bestandteil einer langfristig verantwortungsvollen Standortentwicklung versteht.
Bildquelle/Urheber: Cultus gGmbH / David Nuglisch
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